Projekte des Wirtschaftsarchivs Vorarlberg

Neben der Kerntätigkeit, dem Übernehmen und Erschließen historischer Quellen, werden verschiedene Projektschwerpunkte durchgeführt.




GRAFIKDESIGN archivieren

Historisches Grafikdesign aus Vorarlberg ist ein Sammlungsschwerpunkt des Wirtschaftsarchivs. Einerseits als bildhafte Überlieferung der vielschichtigen Wirtschaftsstruktur des Landes, andererseits als eigener bedeutender Gewerbezweig. Zunehmender Materialumfang und Digitalisierung stellen uns vor neue Herausforderungen. In einem mehrjährigen Projekt mit Kooperationspartnern und Fachleuten erarbeitet die Kunsthistorikerin Mag. Margarete Zink Leitlinien für die zukünftige Archivierung, erschließt neue Bestände und konzipiert eine digitale Plattform für die Präsentation von historischem Grafikdesign.




Geld- und Bankengeschichte Vorarlbergs

Die heimische Finanz- und Bankengeschichte stellt bis heute eine Forschungslücke dar. Eine zusammenhängende wissenschaftliche Darstellung existiert weder für Österreich noch für Vorarlberg. Das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg widmet sich daher in einem mehrjährigen Buchprojekt diesem umfassenden Themenbereich. Mit der Hohenemser Historikerin Mag. Simone Drechsel konnte eine kompetente Verfasserin gewonnen werden, die bereits an bankengeschichtlichen Veröffentlichungen mitgewirkt hat. Voraussichtlich Erscheinungstermin für die „Geld- und Bankengeschichte Vorarlbergs“ ist 2019/20.




Oral-History-Projekt „Zeitzeugen der Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte“

Ziel des Projektes ist, die Wirtschaftsgeschichte des Landes aus der Sicht ihrer Akteure zu dokumentieren. In aufgezeichneten Interviews sollen die lebensbiographischen Hintergründe sowie die entscheidungsbestimmenden Umstände erfragt und gesammelt werden. Die Tonaufnahmen und die Transkription dieser Gespräche bilden eine neuartige Quelle, welche gerade durch ihren subjektiven und persönlichen Charakter geprägt ist und neue historische Erkenntnisse zur Wirtschafts- und Zeitgeschichte unseres Landes ermöglicht.




Die Tagebücher des Kreishauptmannes Johann Nepomuk Ebner (1836 – 1849)

Johann Nepomuk Ebner, Ritter zu Rofenstein, war von 1822 bis 1850 Kreishauptmann und somit der oberste kaiserliche Beamte in Vorarlberg. In dieser Zeit der Frühindustrialisierung entstanden die ersten Textilfabriken der Region. Durch Straßen- und Schulbauten wurde die Infrastruktur verbessert. Ein politisches Selbstbewußtsein vor allem innerhalb des Bürgertums begann sich auszubilden.Das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg hat die einzigartigen Tagebuchaufzeichnungen Ebners transkribieren lassen und herausgegeben. Die edierten Tagebücher umfassen die Jahrgänge 1836 bis 1845 sowie 1848 und 1849. Sie sind die wichtigste Ego-Quelle über die Zeit der Frühindustrialisierung Vorarlbergs. Im Jahr 2004 wurde das Projekt "Ebner-Tagebücher" mit der Herausgabe eines Namens- und Orts-Gesamtregisters abgeschlossen.